Kleine Tropfen, große Wirkung – Ätherische Öle als Helfer der Natur
Was sind eigentlich ätherische Öle?
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenextrakte, die zum Beispiel aus Blüten, Blättern, Schalen oder aus der gesamten Pflanze gewonnen werden können. Oft erfolgt die Herstellung durch Wasserdampfdestillation oder Kaltpressung, manchmal auch durch eine Extraktion. Ätherische Öle enthalten die charakteristischen Duft- und Wirkstoffe der jeweiligen Pflanze und werden seit Jahrhunderten in der Aromatherapie, Kosmetik und Naturheilkunde verwendet. Bereits wenige Tropfen besitzen einen intensiven Geruch und eine starke Wirkung.
Einsatzgebiet der Aromatherapie
Ätherische Öle können vielseitig eingesetzt werden. Besonders bekannt ist ihre Anwendung als Raumduft. Mithilfe von Duftlampen oder Diffusern können sie die Raumluft aromatisieren und je nach Öl beruhigend, konzentrationsfördernd oder erfrischend wirken. Lavendel wird häufig zur Entspannung verwendet, während Zitrusdüfte oft als belebend empfunden werden. Häufig genutzt werden ätherische Öle zur Unterstützung des Wohlbefindens, bei Stress, Erkältungen oder zur Förderung des Schlafes.
Auch auf der Haut kommen ätherische Öle zum Einsatz, beispielsweise in Massageölen, Badezusätzen oder Zusätze in Cremes. Dabei können sie beispielsweise antibakteriell, entzündungshemmend oder pflegend wirken. Wichtig ist allerdings, dass sie nie unverdünnt angewendet werden dürfen. Zur Verdünnung eignen sich Trägeröle wie zum Beispiel Mandelöl, Jojobaöl oder Olivenöl.
Eine weiteres Einsatzgebiet der ätherischen Öle ist das Würzen von Speisen und Getränken in der Küche. Wie bei der Anwendung auf der Haut ist es wichtig, die ätherischen Öle verdünnt einzunehmen. Außerdem sollte hierbei immer ein ätherisches Öl verwendet werden, das explizit für die Einnahme geeignet ist.
Dosierung – auf die richtige Menge kommt es an
Die Empfehlung für Erwachsene ist eine Konzentration von etwa 1–2% ätherischem Öl im Trägeröl. Die Konzentration ist unter anderem davon abhängig, wie groß die zu behandelnde Fläche ist. Wesentlich geringer sollte die Dosierung sein, wenn es um Babys, Kleinkinder, Schwangere oder Schleimhäute im Allgemeinen handelt. Außerdem sollte vor der ersten Anwendung immer ein Hautverträglichkeitstest durchgeführt werden.
Gefahren der ätherischen Öle
Trotz ihrer natürlichen Herkunft sind ätherische Öle jedoch nicht automatisch ungefährlich. Durch ihre hohe Konzentration können sie auch zu Hautreizungen, allergischen Reaktionen oder Schleimhautreizungen führen. Einige Öle können bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen oder Übelkeit auslösen. Manche Zitrusöle wie Bergamotte oder Limette können die Haut lichtempfindlicher machen, weshalb nach dem Auftragen direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden sollte.
Besondere Vorsicht gilt bei Kindern, Schwangeren und Menschen mit Vorerkrankungen. Bestimmte Öle wie Eukalyptus oder Kampfer können bei kleinen Kindern Atemprobleme verursachen und sollten daher nur nach fachlicher Empfehlung verwendet werden. Auch in der Schwangerschaft ist Zurückhaltung wichtig. Manche ätherischen Öle können wehenfördernd wirken oder den Kreislauf stark beeinflussen.
Ätherische Öle als sanfte Helfer in der Schwangerschaft und für Kinder
Ätherische Öle bieten eine natürliche Möglichkeit, das Wohlbefinden von Körper und Geist sanft zu unterstützen. Sie können sehr vielfältig im Alltag eingesetzt werden, je nach Öl beruhigend, stärkend usw. Vor allem bei Schwangeren und Kindern wird Wert auf eine möglichst natürliche und schonende Anwendung gelegt, weswegen die ätherischen Öle sehr häufig eine tolle Unterstützung bieten können – beispielsweise bei Schlafproblemen, Bauchweh und Schwangerschaftsübelkeit.
Zu bedenken ist allerdings, dass sich bei Kindern und Schwangeren nicht jedes ätherische Öl eignet. Wie oben bereits erwähnt, gibt es auch ätherische Öle, die zu Nebenwirkungen führen könnten und daher mit Vorsicht zu genießen sind. Außerdem werden für Schwangere und Kinder geringere Dosierungen empfohlen.
Im Vergleich: Pflanzenöle (fette Öle), Mazerate/Extrakte und Hydrolate
Neben ätherischen Ölen gibt es auch Pflanzenöle, Extrakte und Hydrolate.
Pflanzenöle stammen aus dem Fruchtfleisch oder Samen von fettliefernden Pflanzen. Meist werden sie durch Kaltpressung gewonnen. Ein klassisches Beispiel ist das Olivenöl. Fette Öle werden in der Aromatherapie als Trägersubstanzen verwendet.
Mazerate/Extrakte sind Auszüge, die mittels eines Lösungsmittels wie fettes Öl oder Alkohol gewonnen werden, beispielsweise das Johanniskrautöl.
Hydrolate entstehen als Nebenprodukt der Wasserdampfdestillation ätherischer Ölpflanzen. Sie werden auch als Pflanzenwasser bezeichnet. Hydrolate enthalten nur geringe Mengen ätherischer Ölbestandteile und sind daher deutlich milder. Sie eignen sich besonders für empfindliche Personen, Kinder oder die sanfte Hautpflege. Hydrolate werden häufig als Gesichtswasser oder Körperspray verwendet. Beliebt sind beispielsweise Rosenhydrolat zur Hautpflege oder Lavendelhydrolat zur Beruhigung. Im Unterschied zu ätherischen Ölen können Hydrolate meist direkt auf die Haut aufgetragen werden, ohne vorher verdünnt zu werden.
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Über die Kursleitung Manuela Fabrizi
Manuela Fabrizi ist Apotherkerin
Die nächsten Kurstermine
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